Tagebucheintrag vom 08. Mai 2021 // Was nach Corona geschah

Ich komme gerade vom Rennsteiglauf, wie schön dass er dieses Jahr nicht ausgefallen ist wie im Vorjahr.
Auf dem Heimweg lief der lokale Nachrichtensender und berichtete über den langsam anlaufenden Bundestagswahlkampf. Tobias Hans (CDU) liegt klar vorn, Kevin Kühnert (SPD) und Annalena Baerbock (Bündnis 90) werden sich wohl um den Vizekanzlerposten streiten.

Nach der sogenannten Coronakrise im Vorjahr hat sich doch einiges geändert… Seit September 2020 reden wir eigentlich nur noch vom Coronaboom, nicht mehr von Krise. Alle haben angepackt, die Gesellschaft hat sich verändert. Trotz dem sich alle Parteien einig waren die Bürgerrechte schnellstmöglich wiederherzustellen gab es doch erwartbar einiges Hickhack darum. Bei den Menschen gibt es seit dem eine neue Wahrnehmung für Bürgerrechte, ebenso wie für Datenschutzthemen. Profitiert hat nicht zuletzt die FDP und liegt mittlerweile über 10%, die AfD hingegen liegt unter 5%, die Linke nur ganz knapp darüber.

Wir sind noch immer mit Sachsen im Dialog unterwegs, dieses Jahr unterstellt uns aber zumindest niemand mehr Mut für ein Dialogformat. Das ist schon ein wesentlicher Fortschritt zum Vorjahr. Die Gesellschaft hat in Zeiten der Krise ein Stück weit wieder zueinander gefunden. Die Moralingesäuerten von links außen gibt es genauso noch wie die Ewiggestrigen, die politischen Ränder sind aber endlich wieder viel schwächer geworden. Letztlich war die Solidarität unter allen groß, auch wenn im Dresdner Stadtrat die Solidarität gleich am Anfang bröckelte.

Am elementarsten ist insgesamt wohl die veränderte Wahrnehmung bestimmter Berufsgruppen. Das Pflegepersonal bekommt endlich die Achtung und Wertschätzung die Ihnen gebührt und nicht mehr nur die Ärzt*innen. Das gilt auch für Verkäufer*innen und LKW-Fahrer. Die Achtung vor den in der Fläche tätigen ist ganz allgemein größer geworden. Dafür sind die Narzist*innen in den Leitungsebenen seit letztem Jahr spürbar weniger geworden. Damit einhergehend spürt man dass doch an vielen Stellen wesentlich strukturierter gearbeitet wird.

Die unstrukturierten Cowboys die auch im Business aus der Hüfte schießen sind wesentlich weniger geworden. Die Menschen arbeiten strukturierter, die Erfahrung einer ganzen Republik im Homeoffice hat die Digitalisierung weiter gebracht als jede politische Maßnahme zuvor. Plötzlich sind die Cloudangebote bekannt, ich brauche plötzlich niemandem mehr zu erklären doch bitte ein Clouddokument statt einer lokalen Worddatei zu benutzen. Und auch dass ein proprietäres Format in einem Cloudspace nicht weiterführt wissen die Menschen heute.
Seit letztem Frühling haben sich sogar endlich die vernetzten Produktivitätstools etabliert. Menschen benutzen selbstverständlich Services wie Meistertask, Jira oder Slack. Die Republik versinkt nicht mehr in endlosen Mails sondern nutzt endlich strukturierte Kommunikationstools wie Slack statt Mail, Telefon und unnötiger Teammeetings. Das Operative und das Strategische ordnet sich einfach besser seit dem die operativen Arbeiten für ein paar Wochen ruhten.

Insgesamt kann man sagen die Republik hat in der Krise einen Entwicklungssprung nach vorn gemacht. Schauen wir mal wohin uns das noch so führt…

Foto: Matthias Schumann

1 thought on “Tagebucheintrag vom 08. Mai 2021 // Was nach Corona geschah

  1. Hallo Rabbit, du bist ein unverbesserlicher Optimist! Nicht dass ich das nicht gut finde! Und: Klar birgt eine Krise auch immer Chancen in sich. Doch wenn die kreativen Fenster, die sich vorübergehend auftun, alle neu besetzt sind, geht’s womöglich ähnlich behäbig weiter wie schon seit annodünnemal. Spannend ist es trotzdem! Schauen wir uns deinen Kommentar doch einfach nächstes Jahr nach dem hoffentlich! stattfindenden Rennsteiglauf an :-))).

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